-
thomas-ist-draussen
1.Etappe Saale Horizontale„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
-
thomas-ist-draussen
1.Etappe Saale Horizontale„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
-
thomas-ist-draussen
1.Etappe Saale Horizontale„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
So, genug Lobhudelei. 15 km lagen vor uns, und viele Bänke würden uns unterwegs zuflüstern: „Kommt her, setzt euch, ihr habt es verdient.“
Bye, bye Saale Horizontale. 91 km pures Wandervergnügen sind heute zu Ende gegangen.
Die letzte Etappe hatte es nochmal in sich – hoch und wieder runter. Dafür wurden wir mit weiten Aussichten ins Tal nach Jena und Umgebung belohnt.
Start war am Bahnhof Jena Paradies, und schon ging es – nach dem kleinen Stadtpark – direkt hoch in die Mittlere Kernberghorizontale. Günni war natürlich wieder dabei, und wir erkannten an vielen Details: Hier waren wir schon mal. Das schmälert das Wandererlebnis aber kein bisschen. Im Gegenteil – ich gebe hiermit ein kleines Geheimnis preis: Dieser Abschnitt ist mein Favorit. Neun Touren haben wir hinter uns, und damit darf ich entscheiden – tada, tada, tada… Etappe 1, du verdienst die Krone 👑
So, genug Lobhudelei. 15 km lagen vor uns, und viele Bänke würden uns unterwegs zuflüstern: „Kommt her, setzt euch, ihr habt es verdient.“
Wie so oft ging es erstmal vom Tal nach oben. Ich habe direkt am Anfang die Jacke ausgezogen und bin im T-Shirt los. Oben fanden wir schnell den Terrassenweg – an einer Bank vorbei und dann weiter auf einen Singletrail. Der war verdammt schmal, sodass wir nur im Gänsemarsch laufen konnten. Ein Schritt daneben… lieber nicht. Nach etwa 50 Metern kam uns das Ganze dann doch komisch vor. Der Pfad wurde einfach nicht breiter. Sollte das wirklich der richtige Weg sein? „Klar“, sagte ich zu Günni, „das wird schon besser, lauf weiter.“ Innerlich hatte ich da schon meine Zweifel – also doch Komoot gezückt. Mist. Falsch. Zwei Terrassen – und wir waren auf der unteren.
Also zurück, Serpentinen hoch, wieder an einer Bank vorbei… und dann: Aaah. Der richtige Weg. Gleicher Verlauf, aber deutlich entspannter.
Ich weiß, es klingt wieder nach Lobhudelei, aber es war einfach so schön. Der Abschnitt erinnerte mich total an die Terrassenwege im Elbsandsteingebirge rund um Schmilka – schmale Pfade entlang von Felsbändern. Nur eben hier als Schotterweg an Muschelkalkfelsen. Nichts für Menschen mit Höhenangst, aber ein Traum für Genusswanderer.
Da wir nicht weit von der Uni entfernt unterwegs waren, kamen uns immer wieder Jogger entgegen – vermutlich alle gerade „auf dem Weg zur Vorlesung“ 😉 In der Nähe vom Steinbruch Wöllnitz ist der Weg – warum auch immer – mit einer Stahltrosse gesichert. Von dort hat man einen schönen Blick auf die andere Seite. Ich meinte zu Günni: „Da werden wir gleich sein. Was schätzt du?“ Ich sagte 20 Minuten, er 10. Am Ende: 9 Minuten. Punkt für Günni.
Die nächsten Kilometer führten eher durchs Hinterland – die Saale war erstmal weg. Dafür trafen wir einen Mann, der nach seinem Hund pfiff. Auf unsere Nachfrage meinte er nur: „Irgendwo da oben.“ Kurz darauf kam das Kraftpaket angeflitzt – bestimmt 50 kg, ein ungarischer Vizsla, sechs Jahre alt und voller Energie. Der Hund war schneller den Berg hoch als wir – wenig überraschend. Als wir wenig später Mittag machen wollten und eine Bank anpeilten, saß dort… genau: der Hundemann. Und als hätte er geahnt, was wir vorhatten, zog er einfach eine Bank weiter. Perfektes Timing. Noch etwa 5 km bis zum Ziel, und wir lagen gut in der Zeit. In der Ferne entdeckte Günni eine alte Burg oder Ruine und meinte, da kommen wir bestimmt vorbei. Ich greife vor: Genau so war es – die Lobdeburg am Schlossberg.
Langsam konnte man die Stadt nicht nur sehen, sondern fast schon riechen. Ein kleines Rätsel blieb allerdings: Wo stand eigentlich das typische Start-/Etappenschild? Ich habe es jedenfalls nicht gefunden. Schade.
Unser Ziel war jetzt die Straßenbahn in Neulobeda. Die brachte uns zurück zum Ausgangspunkt. Dort noch zwei alkoholfreie Biere gekauft – und dann ging’s heim.
Es war ein sehr schöner Abschluss. Geliebte Saale Horizontale – du wirst uns in bester Erinnerung bleiben.