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Thomas-ist-Draussen
Saale Horizontale Etappe 5„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
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Thomas-ist-Draussen
Saale Horizontale Etappe 5„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
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Thomas-ist-Draussen
Saale Horizontale Etappe 5„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
Wenn jetzt der Himmel blau wäre und die Sonne scheinen würde, wäre ich im Paradies.
Mittlerweile kann ich die Stationen der S-Bahn 6 von Markranstädt nach Naumburg vor mir herbeten. Gut – es sind nicht allzu viele. Ich will eigentlich nur damit sagen, dass die letzten Wandertouren permanent in eine Richtung gehen. Ich habe mich eben noch nicht am Großraum Jena satt gesehen.
Auch die heutige Tour aus der Serie der Saale Horizontale gehörte dazu. Ich kam am Bahnhof Dornburg an und hatte gleich einen grandiosen Blick auf die drei Schlösser oberhalb auf der Felsenkette. Ich dachte in dem Moment: Wenn jetzt der Himmel blau wäre und die Sonne scheinen würde, wäre ich im Paradies. Das ist schon ein Stückchen übertrieben von mir geschrieben, aber ich sah zumindest noch Potenzial, was das Wetter betraf. Regen sollte es heute nicht mehr geben, und ab 14 Uhr sollte die Sonne immer mal wieder scheinen. So lange wollte ich nun doch nicht vor der Felsenkette warten.
Gleich nach dem Bahnhof kam die Carl-Alexander-Brücke. Eine Stahlbogenbrücke mit drei Fachwerkbögen aus Puddeleisen, 126 Meter lang und aufwendig saniert. Ich krame nicht in meinem „Fachwissen“ – ich habe einfach abgeschrieben, was auf der Tafel stand. Das Imposanteste war ein Blechkasten mit der Aufschrift „Brückenbuch“. Da war ich neugierig und wollte mich eintragen, wenn das gestattet ist, aber der Kasten war leer.
Noch war ich im Tal, mir war aber klar: Nun geht’s nach oben. Jacke lieber gleich geöffnet – zum Ausziehen war es doch noch zu frisch. Sebastian von „Outdoor mit Sebastian“, der hätte die ganze Tour im Hoodie abgewickelt. Das nächste kleine Highlight am Wegesrand war eine Kneipp-Anlage. Das Besondere daran: Es gab eine zusätzliche nur für Vierbeiner. Auch hier wieder Wissen vom Schild abgelesen. Pfarrer Sebastian Kneipp – an Lungentuberkulose erkrankt – behandelte sich selbst, indem er Tauchbäder in der eiskalten Donau vornahm. Ob er damit gesundete, stand leider nirgends.
Oben angekommen sah ich einen Mann mit sechs Schäferhunden ohne Leine, die aber gruppiert neben dem Besitzer liefen. Zehn Minuten früher wäre ich ihnen vielleicht in einer unübersichtlichen Kurve begegnet. Dann lieber so und nur von oben schauen.
Vor mir lag ein Weg, den ich gerne „Terrassenweg“ nenne, obwohl er in der Wandersprache Panoramaweg, Höhenweg oder Aussichtsweg heißt. Mir macht es immer große Freude, von oben ins Tal zu blicken oder zurückzuschauen, was ich schon gelaufen bin. Manchmal sieht das unwahrscheinlich weit weg aus.
Der „Terrassenweg“ schlängelte sich eine Weile durch die Landschaft und wurde dann durch ein größeres Waldstück abgelöst. Da es um Jena Winterlinge gibt, hoffte ich, die schönen kleinen gelben Blumen zu sehen. Nun bin ich kein Botaniker, und mein rudimentäres Wissen half mir auch nicht weiter. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe keine entdeckt.
Noch 3,6 km bis Trautenburg. Ich hatte noch nie etwas von dem Dorf gehört. 300 Einwohner gruppieren sich um den fünfeckigen Torturm beziehungsweise Burgfried, der auf dem höchsten Hügel im Dorf steht. Ich stand oben und schaute hinunter. Nach allen Seiten waren kleine, hübsche Häuser und Gehöfte zu sehen. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es im Mittelalter gewesen sein muss, wenn man von oben sein Dorf und sein Gesinde im Überblick haben wollte.
Heute ist das ein komplett anderes Bild. Der Turm ist eine Ruine, und unterhalb leben rechtschaffene Leute, die sich ihr Eigentum schön gemacht haben. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich Mittag machte. Es passte genau mit dem sonnigsten Abschnitt der Wanderung zusammen.
Später im Dorf sah ich noch ein Gehöft mit Wild (Rehe und Hirsch, vermute ich) und Hühnern, die friedlich zusammen auf einer Wiese vereint waren. Farm der Tiere.
Es ging wieder durch Wald- und Wiesenflächen, aber ich würde mich nur wiederholen, deswegen komme ich jetzt zum Ende. Beutnitz war die vorletzte Station, bevor ich dann noch ca. 2 km bis zum Bahnhof Porstendorf gelaufen bin.
Was aber ungeklärt geblieben ist: Bis jetzt stand immer am Anfang einer Etappe ein großes Schild mit einer topografischen Karte und der Beschreibung der Etappe. Auch heute war das so – nur dass es in Beutnitz stand und Porstendorf, der eigentliche Anfang der Etappe, nur als Zubringer zum eigentlichen Saale-Horizontale-Wanderweg galt. Versteht ihr, was ich meine? Von Beutnitz nach Porstendorf gehört eigentlich nicht zur offiziellen Etappe. Im Netz steht das anders.
Aber völlig egal. Fazit: Das war die längste Etappe und gehört zu meinen Top 3 rund um Jena.


