• Thomas-ist-Draussen

    Saale Horizontale Etappe 6

    „Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“

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Diesmal waren sich die Wetterfrösche einig: Es wird, es kann, vielleicht doch nicht, eine Mischung aus Regen und Schneeschauern geben.

Gutermann By thomasistdraussen

Am Vorabend schaute ich, wie ein Gewohnheitstier, nach dem morgigen Wetter. Diesmal waren sich die Wetterfrösche einig: Es wird, es kann, vielleicht doch nicht, eine Mischung aus Regen und Schneeschauern geben. Das Ganze so um die 0 Grad.

Damit konnte ich arbeiten. Ich packte in meinen Rucksack vorsorgehalber neben der Regenjacke noch einen Poncho ein. Sicher ist sicher. Der übliche Rest war gewohnter Standard, der sich bewährt hat, wie z. B. Powerbank, Taschenmesser, Trinkblase und Bemmen-Paket.

Ich konnte wieder von Markranstädt starten, die Bauarbeiten waren punktgenau beendet. Zielbahnhof: Jena-Zwätzen. Dort hatte ich letzte Woche aufgehört.

Die Bahnfahrt verlief für mich reibungslos. Ich bin aus der Negativserie raus.

Angekommen musste ich erst 1,5 km zum Saale-Horizontale-Wanderweg gehen. Das war interessant, hatte ich doch letzte Woche unbemerkt eine andere Route zum Bahnhof genommen. Die schönere mit Ausblick auf Zwätzen hatte ich heute. Glück muss der Mensch haben.

Meine Bedenken, wie eventuell vereist die Wege noch sind, kamen nicht zum Tragen. Dafür genau das Gegenteil: verdammt matschig. Meine Hosenbeine konnten ein Lied davon singen. Ein gewisses Grundschämen machte sich auf der Heimfahrt im Zug bemerkbar. Ich sah untenrum aus, als ob „der Junge“ mehrmals hingefallen ist.

Noch war es nicht so weit. Ich war ja erst am Anfang der Wandertour und noch sauber und frisch wie aus dem Ei gepellt.

Da ich mehr oder weniger noch im Tal war, musste ich mir den Weg nach oben erkämpfen. Ich war recht schnell auf Betriebstemperatur und legte die Mütze beiseite. Immer wieder hörte ich Autos. Später las ich, dass unter mir die viel befahrene Naumburger Straße lag.

Was mir bei allen Wanderungen um Jena aufgefallen ist: Bänke, also Möglichkeiten, sich mal hinzusetzen, gibt es hier genügend. Wenn ich da an meine geliebte Sächsische Schweiz denke – das ist dort Mangelware.

Ein Stück weiter kam ich am Weidenberg an. Bei schönem Wetter starten hier Gleitflieger. Früher war die NVA hier ansässig – Sicherung des Luftraums, wenn ich mich nicht irre.

Mein Weg, auch das sollte ich mal schreiben, ist so gut und lückenlos ausgezeichnet, dass Verlaufen nicht so einfach ist. Das ist auch ein Merkmal, warum ein Wanderweg prämiert wird.

Und nun noch einmal: Mein Weg führte mich nach Neuengönna, einer Gemeinde im thüringischen Saale-Holzland-Kreis mit aktuell rund 660 Einwohnern. Dort sah ich auch ein verblasstes Plakat, auf dem der 2. Saale-Horizontale-Hike beworben wurde. Verblasst deshalb, weil 2024. 25 km minimal, besser gleich die Königsstrecke von 42 km, will man hier sehen. Ich dachte nur: alle Achtung, mir reichen hier um die 15 km.

Am Dorfende ließ das Kläffen der Hunde nach. Auf einmal war die Sonne da, und der Himmel riss auf, und Blau kam zum Vorschein. Wahnsinn. Und das hatte ich noch nicht geschrieben: Regen oder Schneegestöber, worüber ich mir gestern Gedanken machte, hatte ich überhaupt nicht.

4 km bis zum Ziel, und das Highlight sollte noch kommen: Dornburg, die Stadt mit den drei Schlössern, und Goethe war natürlich auch hier.

Ich hatte es nun auch ein wenig satt, nicht wegen des Wetters oder der Kondition, sondern ich schaute mir meine Hosenbeine an. Verschlammt. Leute, das habt ihr noch nicht gesehen, wie verdeckt die waren. Ich weiß bis heute nicht, wie ich das hinbekommen habe. Bis zum Kniegelenk auf beiden Innenseiten eine Bahn Dreck. Peinlich, aber wahr. Und damit willst du (ich bin per Du mit mir) in die Schlösser gehen und flanieren? Nein, das wollte ich sowieso nicht. Keine Ahnung, ob die überhaupt offen hatten. Das war nur so ein Gedankenspiel.

Nun kam ich aber wirklich in Dornburg an. An heißt: an oder auf den Schlössern, die wie eine Perlenkette aneinander mit Park und Gassen verbunden waren. Dabei schaute ich gleich mit offenem Mund hinunter auf die Stadt und auf die namengebende Saale. Nicht umsonst wird die Anlage als der „Balkon Thüringens“ bezeichnet. Ich dachte nur: Hier war ich nicht das letzte Mal. Für heute aber genug gesehen.

Ich lief runter zum Bahnhof, schaute nochmals zu den Burgen oder Schlössern hinauf und sagte halblaut: „Ich komme wieder, versprochen.“

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