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Thomas-ist-Draussen
Saale Horizontale Etappe 7„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
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Thomas-ist-Draussen
Saale Horizontale Etappe 7„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
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Thomas-ist-Draussen
Saale Horizontale Etappe 7„Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“
Mir gefiel das sehr: nicht nur wandern, sondern nebenbei noch etwas lernen.
Ich hatte zu Hause zu meiner Frau gesagt: Heute, wo der Schnee größtenteils weg ist, der Boden aber noch schön aufgeweicht, komme ich nach langer Zeit sicher wieder mit verschlammten Wanderschuhen und dreckigen Hosenbeinen zurück. War ich also ein Hellseher?
Zuerst lief nicht alles nach Plan. Ich kam zwar pünktlich mit dem ÖPNV los, musste aber umdisponieren, weil meine ursprünglich geplante Strecke über Markranstädt wegen Schienenersatzverkehr bis 17. Februar entfiel. Also kurzerhand über Leipzig direkt nach Jena.
Bei der Ankunft zeigte sich sogar etwas Sonne, der Himmel hatte zumindest abschnittsweise Blau – gute Voraussetzungen für die nächste Etappe. Besonders angenehm: Ich konnte sofort loslaufen, genau dort, wo ich letzte Woche aufgehört hatte – direkt auf dem Wanderweg.
Knapp 10 Kilometer standen an, eigentlich nicht viel für einen Wandertag. Allerdings ging es sofort kräftig bergauf. Logisch – ich war im Mühltal. Oben angekommen wurde ich mit einem traumhaften Ausblick belohnt. Die Sonne versteckte sich danach meist hinter den Wolken, aber die Landschaft wirkte trotzdem.
Ich lief wie auf einem Terrassenweg, überall waren Muschelkalkhänge zu sehen. Dabei musste ich sofort an mein Federvieh denken und nahm mir eine kleine Handvoll Kalkstein mit – nachgeschaut: erlaubt, also alles im grünen Bereich.
Es folgten immer wieder Waldpassagen mit Schneematsch, aber überraschend wenig Glätte. Dann öffnete sich die Landschaft: große Wiesenflächen, und damit begann der besonders interessante Abschnitt. Ich befand mich nämlich auf dem Napoleon-Pfad. Gerade wollte ich schon das Handy bemühen (heute eher ChatGPT als Google), da stand auch schon die erste Informationstafel. Später las ich dort einiges über Napoleons Strategie und die militärische Bedeutung der Hochfläche – der Bereich nennt sich Hohlemorgen-Hochfläche.
Mir gefiel das sehr: nicht nur wandern, sondern nebenbei noch etwas lernen.
Am späten Nachmittag kam die Sonne noch einmal heraus. Ich war schon nahe dem Gebiet mit den berühmten Winterlingen. Die gelben Blüten im Februar sind ein echter Augenschmaus – diesmal war ich etwas zu früh dran, aber ich habe sie letztes Jahr gesehen.
Noch etwa zwei Kilometer bis zu meinem geplanten Ziel. Kurz überlegte ich, noch bis zur nächsten Bahnstation weiterzugehen. Stirnlampe hatte ich dabei. Dann erinnerte ich mich: Ich möchte meine Etappen sauber abschließen und nicht schon die nächste anfangen. Mein zweites Ich war einverstanden.
Also noch 1,5 Kilometer bis zur Bahn – und ab nach Hause.
Und zum Schluss die Auflösung: Hellseher war ich nicht. Meine Schuhe und Hosenbeine waren herrlich eingesaut – und das war völlig in Ordnung so.