• Thomas-ist-Draussen

    Saale Horizonatale Etappe 8

    „Bewegt euch draußen – Körper und Geist werden es euch danken.“

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War das ein Wanderer?

Unbekanntes Kind

Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ gefallen mir musikalisch sehr, doch auch jenseits der Musik liebe ich die Jahreszyklen. Ganz besonders dann, wenn der Winter ein echter Winter ist – mit Kälte und viel Schnee. Genau dieses Bild bietet sich derzeit draußen. Die Tage sind frostig, der Boden ist von einer geschlossenen Schneedecke bedeckt. Mit genau diesem Winterbild vor Augen freute ich mich gestern auf die nächste Etappe der Saale-Horizontale.

Wie immer packte ich meinen Wanderrucksack bereits am Abend zuvor. Dieses Mal vorsorglich mit warmen Fausthandschuhen und zwei Wärmepads, die sich wunderbar in den Handschuhen verstauen lassen. Die Bahn brachte mich pünktlich zum Ausgangspunkt Ammerbach. Dort hatte ich in der vergangenen Woche mit Etappe 9 aufgehört. Ihr erinnert euch sicher: Ich laufe den Weg rückwärts – nicht im wörtlichen Sinn, ihr wisst schon.

Laut Internet-Wanderführer sollten mich auf Etappe 8 rund zehn Kilometer erwarten, inklusive einiger Wanderhöhepunkte. Also dann: frisch ans Werk. Der Start hatte es gleich in sich, denn es ging erst einmal nur bergauf. Dazu war es stellenweise extrem glatt. Mittlerweile dürfte es die dritte Schneeschicht sein, die tagsüber an sonnigen Stellen antaut und durch den anhaltenden Frost wieder gefriert. Nicht immer war zu erkennen, wo sich gefährliches Glatteis versteckte – angenehm zu laufen war das nicht.

Menschen begegneten mir keine. Dafür warteten am Wegesrand gleich zwei Sehenswürdigkeiten. Doch dazu später. Zunächst hörte ich aus weiter Ferne Kinderstimmen – laut, lebhaft, aber nicht eindeutig zuzuordnen. Je näher ich kam, desto klarer wurde das Stimmengewirr. Schließlich sah ich sie: acht Kinder, etwa zehn Jahre alt, vertieft in eine Geocaching-Aufgabe. Sie waren so sehr im Flow, dass sie mich erst bemerkten, als ich schon wieder ging. Ich hörte nur noch, wie ein Junge seinen Lehrer fragte: „War das ein Wanderer?“

Kurz darauf erreichte ich das Forsthaus, das im Sommer sicher eine schöne Einkehrmöglichkeit ist. Schon von Weitem fiel mir der Forstturm in Jena ins Auge. Ein paar Fakten dazu: Er wurde zwischen 1871 und 1874 errichtet, ist 25 Meter hoch und erinnert an die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten.

Die zweite Sehenswürdigkeit überraschte mich noch mehr, denn ich hätte sie mitten im Wald nicht erwartet: der Bismarckturm. Auch hier ein kurzer Blick ins Netz: Er ist einer von 17 erhaltenen Bismarcktürmen in Sachsen-Anhalt. Wie schon zuvor war auch hier keine Menschenseele unterwegs, und der Turm war geschlossen.

Nun war es nicht mehr weit bis zu meinem Ziel, der Papiermühle. Ich hatte die Wahl: abkürzen oder der offiziellen Strecke folgen, die rund drei Kilometer länger ist. Was soll ich sagen? Natürlich bin ich treu und brav die längere Route gelaufen.

Am Ziel angekommen, blieb mir kaum Zeit zu überlegen, wie ich zum Bahnhof kommen würde. Plötzlich kam ein Bus – Stadtlinie oder so ähnlich. Das klang nach City. Ich stieg einfach ein. Mein Hauptargument: warm. Der Rest würde sich schon ergeben. Und genau so kam es. Der Bus hielt schließlich am Bahnhof, und von dort ging es entspannt nach Hause.

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